KI@Schule Live: Ausprobieren, verstehen, mitreden
Die Veranstaltung „KI@Schule Live“ fand in der Aula der Oberschule Eschen statt. Eingeladen waren Lehrpersonen, Eltern sowie Schüler und Schülerinnen der OSE. Auch wenn die Zahl der Teilnehmenden eher klein war, ergab sich genau dadurch ein persönlicher und offener Rahmen. Eltern, Jugendliche und Lehrpersonen waren etwa gleich stark vertreten – eine gute Mischung für ein Thema, das alle betrifft.
Eröffnet wurde der Abend durch Arno Brändle mit einer Begrüssung und einer allgemeinen Einführung in das Thema Künstliche Intelligenz und Schule. Dabei machte er deutlich: KI ist keine ferne Zukunft mehr. Sie ist längst im Alltag angekommen – in Suchmaschinen, Übersetzungsprogrammen, Empfehlungen auf Plattformen, Lernhilfen, Bild- und Musikgeneratoren. Viele Menschen nutzen KI bereits täglich, manchmal sogar, ohne es bewusst zu merken.

Für die Schule bedeutet diese Entwicklung eine grosse Veränderung. Lehrpersonen erhalten durch KI neue Möglichkeiten, Unterrichtsmaterialien schneller, vielfältiger und individueller zu gestalten. Gleichzeitig braucht der Einsatz von KI klare Regeln. Besonders wichtig ist der Datenschutz: Mit Schülerinnen und Schülern dürfen im schulischen Rahmen nur jene Tools verwendet werden, die dafür freigegeben sind, etwa die vom Schulamt zugelassenen Anwendungen wie Fobizz.
Arno Brändle brachte die Ambivalenz von KI mit zwei zugespitzten Aussagen auf den Punkt:
„KI macht Gescheite gescheiter und Dumme dümmer, kann aber auch Gescheite dümmer und Dumme gescheiter machen – je nachdem, wie sie verwendet wird.“
Und weiter:
„Schlussendlich entscheidet der Schüler oder die Schülerin selbst, ob sie KI verwendet. Eine 24-Stunden-Überwachung ist für Lehrpersonen und Eltern unmöglich. Bildung hat auch mit Selbstverantwortung zu tun.“

Damit wurde ein zentraler Gedanke des Abends deutlich: KI kann Lernen unterstützen, aber sie ersetzt nicht das eigene Denken. Entscheidend ist, dass Kinder und Jugendliche lernen, KI kritisch, sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen.
Im Anschluss stellte Andrea Mündle das Programm Suno vor. Sie zeigte, wie mit KI Musik erstellt werden kann und wie daraus auch Lernlieder entstehen können. Besonders eindrücklich war ihre persönliche Anekdote, wie sie mit einem KI-generierten Lied ihrem Vater eine grosse Freude bereiten konnte. Danach erstellte sie live ein Lernlied zur Fotosynthese. So wurde sichtbar, wie schnell aus einem Unterrichtsthema ein kreatives Lernprodukt entstehen kann.
Danach präsentierte Simon Jutz die Möglichkeiten von NotebookLM. Er bezeichnete es als eines der stärksten kostenlosen Werkzeuge zur Erstellung von Lernhilfen. Anhand eines einfachen Uploads einer Schulbuchseite zeigte er, wie daraus verschiedene Lernmaterialien entstehen können: Podcast, Erklärvideo, Präsentation, Mindmap, Quiz, Karteikarten und weitere Hilfen. Gleichzeitig wurde auch hier klar betont: NotebookLM kann für Vorbereitung und Demonstration genutzt werden, der direkte Einsatz mit Schülerinnen und Schülern ist aus Datenschutzgründen im schulischen Rahmen derzeit nicht möglich.

Nach den Präsentationen ging es in die Praxis. Die Teilnehmenden konnten sich aufteilen und entweder mit Andrea Mündle Lernlieder mit Suno erstellen oder mit Simon Jutz eigene Beispiele mit NotebookLM ausprobieren. Andere nutzten die Zeit für Gespräche mit Arno Brändle über Chancen, Risiken, Datenschutz, Schule und die Rolle der Eltern.
Gerade die Rolle der Eltern bleibt entscheidend. Eltern müssen nicht alle technischen Details kennen. Aber sie sollten Interesse zeigen, nachfragen, gemeinsam mit ihren Kindern ausprobieren und klare Regeln vereinbaren. KI einfach zu verbieten, wird kaum funktionieren. Wichtiger ist Begleitung: Was ist hilfreich? Was ist problematisch? Welche Daten dürfen nicht eingegeben werden? Wann unterstützt KI das Lernen – und wann verhindert sie eigenes Denken?
Der Abend zeigte: KI ist kein Zusatzthema mehr, sondern Teil der Bildungsrealität. Schule, Eltern und Schülerinnen und Schüler stehen gemeinsam vor der Aufgabe, einen sinnvollen Umgang damit zu lernen.
KI erleben statt nur darüber reden – genau das war das Ziel dieses Abends.
Text: Arno Brändle/KI, Bilder: Bandi Koeck

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