Horizonterweiterung durch Erasmus+: Lehrpersonen der Oberschule Eschen auf Fortbildungsreise in Bukarest
Im Rahmen des Erasmus+ Programms für Schulen erhielten 13 Lehrpersonen der Oberschule Eschen die Möglichkeit, an einer besonderen Weiterbildungsreise nach Bukarest teilzunehmen. Bemerkenswert dabei war, dass die engagierten Lehrpersonen diese Reise bewusst während ihrer Freizeit unternahmen, um ihren beruflichen Horizont zu erweitern, neue Impulse für ihren Unterricht zu gewinnen und Einblicke in ein anderes Bildungssystem zu erhalten.
Während ihres Aufenthalts in der rumänischen Hauptstadt stand zunächst die fachliche Weiterbildung im Mittelpunkt. Über drei Tage hinweg besuchten die Lehrpersonen den Kurs „AI in Education – Transforming Teaching and Learning“, der vom erfahrenen KI-Experten Dragos Cuta von der Organisation ActivEurope geleitet wurde.
Der praxisnahe Kurs bot zahlreiche spannende Einblicke in die Möglichkeiten künstlicher Intelligenz im schulischen Alltag. Die Teilnehmenden lernten verschiedene digitale Werkzeuge, innovative Methoden und hilfreiche Apps kennen, die sowohl die Unterrichtsvorbereitung bereichern als auch neue, zeitgemässe Lernformen für Schülerinnen und Schüler ermöglichen. Besonders wertvoll war dabei die direkte Umsetzbarkeit vieler Inhalte für den Unterrichtsalltag an der Oberschule Eschen. Die Lehrpersonen konnten konkrete Ideen mitnehmen, wie individualisiertes Lernen, kreative Aufgabenstellungen und effizientere Unterrichtsplanung durch den sinnvollen Einsatz von KI unterstützt werden können.
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch einer beeindruckenden Gesamtschule in Bukarest. Die Schule vereint pädagogische Früherziehung – von der Vorschule – bis hin zur zehnten Schulstufe unter einem Dach. Die Lehrpersonen aus Liechtenstein erhielten dort die Gelegenheit, zahlreiche Klassen sowie unterschiedliche Unterrichtsfächer zu besuchen und einen direkten Einblick in den rumänischen Schulalltag zu gewinnen.
Besonders bereichernd war der intensive Austausch mit der Deutschlehrerin sowie der Schuldirektorin. Dabei wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Bildungssysteme diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Grossen Eindruck hinterliess zudem die moderne Infrastruktur von Schulen oder Jugendzentren: So verfügen diese unter anderem über einen Klassensatz an Virtual-Reality-Brillen sowie eine Vielzahl an hochwertigen 3D-Drucker. Überraschend war für die Gäste aus Liechtenstein auch, dass jedes Klassenzimmer mit einer Klimaanlage ausgestattet ist und zudem über Videoüberwachung verfügt – ein deutlicher Unterschied zu den gewohnten Rahmenbedingungen in Liechtenstein.
Neben den pädagogischen Programmpunkten bot die Reise auch spannende kulturelle und historische Einblicke. Die Gruppe besuchte das zweitgrösste politische Gebäude der Welt, den imposanten Parlamentspalast in Bukarest, und erhielt dabei auch Einblicke in den rumänischen Senat. Während einer Stadtführung durch die historische Altstadt erfuhren die Lehrpersonen zudem viel über die bewegte Geschichte Rumäniens, insbesondere über die Zeit des Kommunismus und den damaligen Alltag der Bevölkerung.
Neben Weiterbildung, kulturellem Austausch und historischen Eindrücken kam auch das soziale Miteinander nicht zu kurz. Gemeinsame Abendessen und tiefgründige Gespräche boten den Lehrpersonen wertvolle Gelegenheiten, sich ausserhalb des oft hektischen Schulalltags auszutauschen. Zeit für persönliche Gespräche und gemeinsames Erleben ist im regulären Schulbetrieb häufig rar – umso wertvoller waren diese Momente. Die Reise stärkte deshalb nicht nur die fachlichen Kompetenzen der Teilnehmenden, sondern auch den Zusammenhalt im Kollegium nachhaltig.
Die Erasmus+ Reise nach Bukarest war somit in vielerlei Hinsicht ein voller Erfolg: fachlich inspirierend, kulturell bereichernd und menschlich verbindend. Die gewonnenen Erfahrungen und Ideen werden nun in den Schulalltag der Oberschule Eschen einfliessen und langfristig sowohl Lehrpersonen als auch Schülerinnen und Schülern zugutekommen.
Text und Bilder: Bandi Koeck

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