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13.01.2022
Eine Schulstunde mit dem Herrn Botschafter
Die vierte Stufe der Oberschule Eschen kam diese Woche in den Genuss eines ganz besonderen Besuchs: Dr. Georg Sparber, seines Zeichens Botschafter für das Fürstentum in Washington, stattete den Jugendlichen einen Besuch ab.

Zweimal pro Jahr treffen sich alle Botschafter Liechtensteins in Vaduz zur Botschafterkonferenz mit dem Ministerium. Im Rahmen dieses Heimatbesuchs besuchte Herr Sparber die Abschlussklassen der OS Eschen und nahm sich eine Stunde lang Zeit für die interessierten Schüler. Sehr schülergerecht erklärte der Botschafter seinen beruflichen Werdegang, sprach über seine Kindheit in Malbun sowie seine Jugendzeit in Schaan und sein Studium in Lausanne und auch, was Diplomatie im globalen Kontext bedeutet. „Es ist mir eine grosse Freude und Ehre, über liechtensteinische Diplomatie zu sprechen.“ Nachdem Herr Sparber das Gymnasium in Liechtenstein besucht habe, sei ihm das Land zu klein geworden und er habe auch Ausschau nach einem anderen Kulturkreis gehalten. Seine Kollegen hätten in Zürich oder St. Gallen studiert, ihn habe es in die Westschweiz, genauer gesagt nach Lausanne am Genfer See gezogen. Er empfahl den Schülern, nach Möglichkeit Auslandserfahrungen zu sammeln und erzählte von seinen eigenen in Paris, Wien und New Jersey. Der studierte Philosoph sprach über die grosse Verantwortung, welche es für Diplomaten gibt.

 „Warum braucht es Diplomatie?“ Anhand zweier Beispiele wurde die Bedeutung der Diplomatie für die Lernenden verständlich erklärt: „Eine Pandemie kann nicht von einem Land allein bezwungen werden, genauso wenig wie der Klimawandel.“ 

 

Sparber betonte vor den Schülern, wie wichtig es sei, dass sich junge Menschen für Themen interessieren, die sie betreffen, und diesen nachzugehen. „Oft kommen gerade die Stimmen von jungen Menschen zu kurz. Ich würde mich freuen, wenn mehr lautstarke Meinungen von jungen Menschen kommen, sei es zum Klimawandel oder zu den Menschenrechten.“ Im Anschluss an seine Ausführungen gab es noch Gelegenheit für die Schüler, Fragen zu stellen. Es war erfreulich, dass die Schüler ihre Fragen auf Englisch an den Botschafter richteten. Die Jugendlichen wollten etwa wissen, wie seine „daily routine“ aussehe. Sparber: „My day starts with a lot of e-mails, when I wake up, people in Liechtenstein worked already six hours because of the time shift.“ Weitere Fragen bezogen sich auf seinen Diplomatenpass und die Immunität und wie diese genau aussieht oder darauf, ob er bereits den US-Präsidenten persönlich getroffen habe. 

Ein Schüler stellt eine undiplomatische Frage, die Herr Sparber natürlich diplomatisch beantwortete: „Who is your favorite president?“ – Sparber, der zuvor bei den UN in New York diplomatische Erfahrungen sammeln durfte, darauf: „I can have a personal preference, but I can`t express it. Joe Biden is a president, which is more favorable to the government of Liechtenstein.“ Zum Schluss bat Mister Ambassador noch darum, ein Selfie mit den Schülern zu machen. Er wurde mit grossem Beifall verabschiedet.

 

Benjamin Koeck