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27.01.2012
Holocaust Gedenkfeier an der OSE - Lesung von Maya Rinderer
Jedes Jahr am internationalen Holocaust Gedenktag hält auch die Oberschule Eschen eine Gedenkfeier ab, die vor allem im Zeichen des Gedenkens an die Kinder und Jugendlichen steht, die Opfer des Naziregimes wurden.

Die Frage nach dem Sinn dieser Gedenkstunde kann mit dem heurigen Programm sehr leicht erklärt werden. Die junge Autorin Maya Rinderer aus Vorarlberg hat mit 15 Jahren ein Buch veröffentlicht, das zeigt, wie sehr der Holocaust auch heute noch zur Verarbeitung auffordert. Noch immer wird über Erlebnisse geschwiegen, werden Fakten verleugnet, sind Fragen zu diesem ungeheuerlichen Völkermord offen. So hat auch Maya Rinderer von ihrem Grossvater, der selbst den Holocaust als Betroffener überlebt hat, auf ihre Fragen keine Antworten bekommen. Sie hat darum selbst recherchiert und den Roman „Esther“ geschrieben, der beschreibt, wie ein junges Mädchen den Holocaust überlebt. Durch das Buch hat Maya Rinderer den Zugang zu ihrem in Tel Aviv lebenden Grossvater gefunden und kann sich mit ihm über die schrecklichen Erlebnisse austauschen. Maya Rinderer möchte nun die Lebensgeschichte ihres Grossvaters niederschreiben.

An der Oberschule Eschen hat Maya Rinderer sehr einfühlsam und eindrücklich den Jugendlichen in zwei Lesungen aus ihrem Buch die Problematik des Holocaust näher gebracht. Durch ihr Alter, das dem ihrer Zuhörerschaft entspricht und als Enkelin eines jüdischen Holocaust-Überlebenden war ihr Auftritt authentisch und vermochte die Jugendlichen zu fesseln.

Es gibt noch viel zu bereden über den Holocaust, einerseits um Verdrängtes zu verarbeiten und andererseits um nicht zu vergessen. Das ist auch heuer an der Holocaust Gedenkfeier der Oberschule Eschen wieder klar geworden.